Sportmedizin

Der Sport allgemein gewinnt in unserer heutigen Welt zunehmende an Bedeutung.
In Ländern der dritten und vierten Welt stellt der Sport zum Beispiel eine Möglichkeit dar, aus den schlechten Lebensverhältnissen über sportliche Leistungen auszubrechen.

In den Industriegesellschaften sehen immer mehr Menschen den Sport als Ausgleich für berufliche oder auch private Belastungen.
Ältere Menschen erkennen die sportliche Betätigung als Prophylaxe für Knochenschwund (Osteoporose) und Herz-Kreislauf-Erkankungen.
Wieder anderen gibt der Sport eine innere Zufriedenheit und verhilft zur Selbstfindung oder Selbstbestätigung.
Auch ist der Sport für viele Menschen eine gute Möglichkeit, aus einer Isolation herauszukommen.
Umgekehrt ist festzustellen, dass eine verminderte Sportbegeisterung der jüngeren Generation unserer Zeit, eine Vielzahl von unterschiedlichen Problemen verursachen kann.

Dies ist nicht zuletzt in einer beängstigend hohen Rate von Fettleibigkeit in Kombination mit ungesunder Ernährung, Anstieg von Zuckererkrankungen Typ II oder Wirbelsäulen- und Gelenkbeschwerden zu interpretieren, sondern auch in einer zunehmenden Ziel- und Haltlosigkeit zu sehen. Die degenerativen Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates spielen sowohl für den betroffenen Patienten als auch unter sozio-ökonomisch-volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten eine besondere Rolle. Diese Verschleißerkrankungen verursachen in Deutschland jährlich über 500 Millionen Arztbesuche. Über 200 000 Hüfttotalendoprothesen und mehr als 50 000 Knieendoprothesen mit steigendender Tendenz werden jährlich in Deutschland operiert. Die absehbare Überalterung unserer Gesellschaft wird zu einem deutlichen Anstieg der Beschwerden aufgrund von Verschleißerkrankungen führen.
Der Sport ist allgemein als therapeutische Maßnahme hinsichtlich der Vorbeugung vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus, Osteoporose, Arthrosen und Depressionen anerkannt.

In zahlreichen Kliniken gehört heute die Sporttherapie in der Rehabilitation von Erkrankungen des Herzens, der Lunge, allgemein nach Operationen und Verletzungen sowie bei rheumatischen Gelenkerkrankungen zum alltäglichen Behandlungsprogramm.
Deutschland gilt als das Mutterland der internationalen Sportmedizin. Jedoch hat diese Fachrichtung nicht die ihr gebührende Förderung und Unterstützung erfahren. Die Sportmedizin ist kein Prüfungsfach in der medizinischen Ausbildung, wodurch keine ausreichende Weitergabe von wissenschaftlichen Grundlagen in dieser hauptsächlich präventiv wirkenden Fachdisziplin der Medizin erfolgt. Jedes Körperorgan findet sich in einer speziellen Facharztrichtung wieder, ausgenommen der Muskel, das neben der Haut größte Organ des menschlichen Körpers, welcher äußerst nachlässig behandelt wird.
Nicht zuletzt aufgrund der genannten Gründe, sondern auch zur effektiven Therapie von Sportverletzungen bei Freizeit- und Hochleistungssportlern sollte die Sportmedizin für Ärzte und Bevölkerung einen höheren Stellenwert einnehmen.

Hauptsächlich Orthopäden, Internisten und Hausärzte sind dazu aufgerufen, als Berater und Therapeut der Bevölkerung im Sinne des Sportes zur Verfügung zu stehen.
Als Facharzt für Sportmedizin bin ich in der Lage, für die unterschiedlichsten Wirbelsäulen- und Gelenkbeschwerden die idealste sportliche Betätigung im Sinne einer Trainingstherapie für jeden einzelnen Patienten zu empfehlen. Hinzu kommt eine Schulung für gewisse Aufwärm- und Gymnastikübungen vor und nach dem Sport. Der Sportmediziner hat jedoch auch eine allgemein beratende Funktion, wenn es dem Patienten um die Erfüllung von persönlichen Zielen geht. Dies könnte zum Beispiel der Wunsch nach Gewichtsabnahme sein. In diesem Falle sollte eine Sportart empfohlen werden, bei deren Ausübung es in einer gewissen Zeit zu einem effektiven Fettabbau kommt. Aufgrund der genauen Kenntnisse über Anatomie und Physiologie zum einen sowie Bewegungsabläufe in den verschiedenen Sportarten zum anderen können Trainingsmethoden optimiert oder umgestellt werden, um chronischen Schäden vorzubeugen. Hinzu kommt die Befähigung, vorliegende Sportverletzungen schneller einzuschätzen zu können und eine für den Sportler best mögliche Behandlung einzuleiten.

Als eine weiteres Betätigungsfeld auf dem Gebiet der Sportmedizin ist die Ernährung anzuführen. Abhängig von der jeweiligen Sportart kann für den Sportler ein spezieller Ernährungsplan erstellt werden, ebenso wie eine Auflistung aller Nahrungsbestandteile, welche die notwendigen Vitamine enthalten.