Gelenk-Homöopathie

Homöopathie ist wie die Naturheilkunde, anthroposophische Medizin, Sauerstoff- u. Ozontherapie und einige mehr den alternativen Verfahren zuzuordnen. Aufgrund einer zunehmenden Schulmedizinverdrossenheit in den letzten Jahren haben diese alternativen unkonventionellen Methoden eine zunehmend große Verbreitung gefunden. Bei vielen Menschen hat eine Rückbesinnung auf die Werte und Möglichkeiten der Natur stattgefunden. Nicht umsonst sind auch Naturschutz, Ökologie, sowie gesunde Ernährung, ausreichende Bewegung und biologischer Anbau wichtige Elemente unserer Zeit besonders in Westeuropa geworden. Gerade chronisch schmerzkranke Patienten sind aufgrund ihrer langen Leidensgeschichte, vieler frustraner Therapieversuche und großer Bedenken bezüglich einer operativen Behandlung auf der Suche nach diesen Alternativ-Therapiemethoden. Nicht wenige Patienten vermissen in der Schulmedizin insbesondere auch den ganzheitlichen Therapieansatz und eine enge vertrauenswürdige Beziehung zwischen Arzt und Patient. Doch gerade bei den Alternativ-Verfahren spielen sowohl ganzheitliche Aspekte als auch sehr intensive und unmittelbare Arzt-Patienten-Beziehungen eine entscheidende Rolle. Der Mensch wird nicht als Summe seiner Teile und Funktionen, sondern als psychosomatische Einheit verstanden, bei welcher mentale Kräfte, kulturelle Einflüsse und soziale Verhältnisse das körperliche Verhalten und Befinden mitbestimmen.

In dem orthopädischen Fachgebiet sind die Anwendungsmöglichkeiten alternativer Behandlungen begrenzt, da es sich nicht selten um diverse Verschleißreaktionen handelt. Die gezielte Anwendung der Homöopathie für betroffene Gelenke zeigt jedoch auch gerade bei degenerativen Prozessen erstaunliche Wirkungen. Hierbei müssen aber gewisse Voraussetzungen gegeben sein. Zum einen darf der Verschleiß des betroffenen Gelenkes ein gewisses Maß nicht überschritten haben, zum anderen muß der Gelenkspalt in der Röntgenaufnahme noch erkennbar sein.

Homöopathie, die Anwendung möglichst kleiner Gaben eines Wirkstoffes, geht auf Samuel Hahnemann (1755-1843) zurück. Er untersuchte die Vergiftungsbilder vieler Substanzen und verglich sie mit der jeweiligen Patientensymptomatik. Seinem Leitsatz „similia similibus currentur“ („Ähnliches möge mit Ähnlichem geheilt werden“) zufolge entwickelte er eine Arzneimittelwahl nach dem Ähnlichkeitsprinzip, welches besagt, dass eine spezielle Substanz verordnet werden muss, deren Wirkspektrum der Patientensymptomatik gleicht. Ein spezifisches Merkmal der Homöopathie ist die Anwendung dieser Wirksubstanz in hoher Verdünnung, sowie auch das notwendige „Verschütteln“ der Substanz mit der Verdünnung.

Bild einer Sonografie

In meiner orthopädischen Praxis verdünne ich in einem speziellen Mischverhältnis die natürlich hergestellte Gelenkschmiere mit dem Lösungsmittel. Die häufigsten Anwendungen betreffen das Knie-, Hüft-, Schulter- und Daumengelenk. Aber auch die Gelenke der Wirbelsäule reagieren zunehmend positiv auf diese Behandlung. Die Schwierigkeit bzw. der Erfolg hängt unter anderem auch von der genauen Platzierung der Nadel auf dem Gelenk ab. Hierzu und bei allen schwer zugänglichen Gelenken wende ich die allgemein anerkannte, jedoch selten praktizierte Methode der Ultraschallkontrolle an, durch die die Lage der Nadel überprüft werden kann. Der Vorteil gegenüber der Computertomographie liegt in der fehlenden Strahlenbelastung, der einfachen Anwendbarkeit sowie der dynamischen Untersuchungsmöglichkeit. Der Nachteil ist sicherlich die verminderte Präzision, die jedoch durch die Erfahrung des Therapeuten deutlich erhöht werden kann.

Durch den Einsatz der Gelenk-Homöopathie besteht für mich als Arzt zum einen die Möglichkeit, die Schmerzmitteleinnahme des Betroffenen zu reduzieren und zum anderen Bewegungstherapie effektiver zu gestalten und somit die Aktivität des Patienten zu erhalten oder sogar zu erhöhen.

Berufsspezifische Vorsorgeuntersuchung

Prävention genießt in den westlichen Ländern nicht den Stellenwert wie in der asiatischen Welt. Die Volkskrankheit Nummer 1 in Europa, der Rückenschmerz, verursacht derart hohe sozialökologische, volkswirtschaftliche und gesundheitsspezifische Kosten wie keine andere Krankheit überhaupt. Die Gründe liegen insbesondere darin, dass erst nach Eintritt von Beschwerden medizinische Schritte eingeleitet werden, die sich obendrein lediglich an den Symptomen orientieren. Die eigentliche Aufgabe des Gesundheitssystem sollte sich verstärkt auf die Vorsorge nicht nur bei Tumorerkrankungen, sondern auch im orthopädischen Bereich konzentrieren. Die Problematik liegt hierbei insbesondere darin, schädigende und negative Einflüsse im Vorfeld zu erkennen. Hierzu wäre eine ausführliche osteopathische Befragung und Untersuchung nötig. Aufgrund des flächendeckenden Mangels an entsprechend ausgebildeten Ärzten ist dies nicht derzeit nicht realistisch umsetzbar.

Eine andere effektive Möglichkeit, Störfelder im Vorfeld zu entdecken, bietet die Computer-Regulations-Thermographie. Durch dieses softwaregesteuerte Wärmemessverfahren können über Temperaturunterschiede der Hautoberfläche Rückschlüsse auf innere Organe und deren Stoffwechsel gezogen werden. Dies ist dadurch möglich, dass innere Organe und Gewebeschichten über einen rückenmarksbedingten Reflexbogen mit der Haut verschaltet sind. Die Deutung der Ergebnisse liegt jedoch ebenfalls auf osteopathischem Fachgebiet.

Da mir sowohl die osteopathischen Kenntnisse als auch das Messverfahren zur Verfügung stehen, sehe ich mich dazu aufgerufen, eine ärztliche Vorsorgeuntersuchung mit entsprechenden Beratungen zur Vermeidung berufs- aber auch freizeitbedingter Schädigungen anzubieten.